Bergnotfallstatistik

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Bergnotfallstatistik

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Veröffentlicht von © Schweizer Alpen-Club SAC in TOURISMUS · Samstag 04 Nov 2023
Tags: AktuellesBergnotfallstatistikBergnotfälleSchweiz2022
Die Bergnotfallstatistik erstellt der SAC im Auftrag der Fachgruppe Sicherheit im Bergsport

2022 war das beste Jahr in der Geschichte der SAC-Hütten
© Schweizer Alpen-Club SAC

2022 sind in den Schweizer Alpen und im Jura 3668 Personen in eine Notlage geraten und mussten
von der Bergrettung gerettet oder geborgen werden – das ist leicht weniger als im Vorjahr. Beim
klassischen Bergsport sind 109 Menschen tödlich verunfallt – das ist deutlich weniger als 2021.

2022 war das beste Jahr in der Geschichte der SAC-Hütten – noch nie gab es so viele Übernachtungen.
Daraus ist zu schliessen, dass noch nie so viele Bergsportlerinnen und Bergsportler in unseren Bergen
unterwegs gewesen sind. Umso erfreulicher ist es, dass die Anzahl Bergnotfälle 2022 (3668) gegenüber
dem Vorjahr (3680) leicht gesunken ist - die Anzahl Todesfälle ist sogar markant gesunken – von 131 im
Jahr 2021 auf 109 im Jahr 2022. Auffallend ist, dass 2022 deutlich mehr blockierte Personen (1008) Nothilfe beanspruchten als im 10-jährigen Durchschnitt (607). Insbesondere auf Skitouren haben Blockierungen gegenüber den Vorjahren um mehr als das Doppelte zugenommen.

Die Anzahl Spaltenstürze auf Gletschern war mit 70 Personen beinahe doppelt so hoch als im Durchschnitt
der letzten 10 Jahre (38). Es gab 6 Stürze mit Todesfolgen (der 10-Jahresdurchschnitt liegt bei weniger als
2). Dies ist auf die schlecht eingeschneiten Gletscher zurückzuführen. In Gebieten, die vorwiegend von
Süden her Schnee erhielten, z.B. die südlichen Walliser Alpen, lag extrem wenig Schnee. Überall in den
Alpen war zudem die Ausaperung auch in hohen Lagen deutlich früher als normal. Ein detaillierter Bericht
über Spaltenstürze wird in der April Ausgabe 2023 der Zeitschrift «Die Alpen» publiziert.
Mit verschiedenen Hitzeperioden war der Sommer 2022 schweizweit der zweitwärmste Sommer (nach dem
Sommer 2003) seit 1864. Als Folge hielten sich vermutlich so viele Personen wie noch nie in den Bergen
auf, was eine deutliche Zunahme der Notfälle auf Hochtouren, auf Klettersteigen und beim Trailrunning
hatte.

Bergnotfälle: Ursache, erhöhte Reiseaktivität
Beim klassischen Bergsport im engeren Sinne [1] sind bei 98 Ereignissen 109 Berggänger/innen tödlich
verunfallt (Vorjahr 131). Das sind weniger als im langjährigen Durchschnitt (122). Auffallend ist, dass der
Anteil der ausländischen Opfer mit 40% (44 Personen) wieder zugenommen hat. Während der beiden
Coronajahre lag dieser Anteil unter 30%. Die Ursache dazu ist auf die erhöhte Reiseaktivität
zurückzuführen

Der SAC empfiehlt, Bergwanderungen sorgfältig zu planen und sich gut über die Verhältnisse und das Wetter zu informieren. Der Weg sollte nicht verlassen werden, schneebedeckte und vereiste Passagen sind vorsichtig zu beurteilen und gute Bergschuhe sollten zur Grundausrüstung gehören. Im Zweifelsfall gilt, besser umkehren.


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